Über meine Arbeit als Begleiter

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben,
sondern den Tagen mehr Leben.
Cicely SaundersBegründerin der Hospizbewegung

Seit dem Jahr 2002 arbeite ich ehrenamtlich als Sterbe- und Trauerbegleiter sowie als Ausbilder für Sterbe- und Trauerbegleiter für ambulante Hospizdienste.

Dabei bin ich immer wieder Menschen begegnet, die am Ende ihres Lebens Rückschau gehalten haben. Am Ende ihres Lebens bedeutete für manche, im Grunde mitten im Leben im Alter von 30, 40 oder 50 Jahren schmerzlich mit dem eigenen Sterben konfrontiert zu sein. Aber auch mit 70 oder 80 Jahren kann die Rückschau auf das Leben schmerzlich sein, wenn man nicht die Dinge gelebt hat, die wichtig waren.

So hat sich noch nie jemand bei mir beklagt, nicht genug Zeit für die Arbeit oder für das Finanzamt gehabt zu haben. Oft jedoch blieb im beruflichen Alltag zu wenig Zeit für die Familie, die Kinder, für Freunde oder Hobbies. Besonders dann, wenn die Arbeit selbst wenig Freude machte, die Beziehungen zerbrachen oder die Kinder sich entfremdeten war das Lebensende vielfach voller Trauer und Bitterkeit.

Vor diesem Hintergrund begann ich, mit Klienten zu arbeiten, die fernab einer tödlichen Bedrohung ihr Leben verändern wollten. Sei es, dass sie auf der Suche nach einem sinnvollen Lebensinhalt waren, dass sie Ängste vor bevorstehenden Änderungen oder Prüfungen hatten oder dass sie sich in Abkehr von dem Stress des bisherigen Alltags auf die ihnen wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren wollten.

So begann für mich der Weg über die Sterbe- und Trauerbegleitung hinaus zu einem Begleiten von Menschen, die ihren Tagen und Jahren mehr Leben geben wollen, die aufbrechen, die wirklich wichtigen Ziele in ihrem Leben kraftvoll anzustreben.

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