Begleiten

Nach Brockhaus, „Deutsches Wörterbuch“, stammt das Wort „begleiten“ von „jemanden hinführen“, „geleiten“, auch “leiten“.

In der Musik bedeutet begleiten, mit einem Begleitinstrument die Singstimme oder eine Solostimme zu unterstützen. Durch diese Begleitung wird die Melodie des Soloinstruments noch besser zur Geltung gebracht.

Paul Sporken, Mediziner und Ethiker meint dazu:
Begleiten hat eine viel tiefere Bedeutung und bezieht sich auf das Wohl und Wehe des ganzen Menschen. Begleitung umfasst alle Möglichkeiten, dessen eigene Möglichkeiten zu wecken und zu verstärken. Begleitung bedeutet nicht, die Probleme für den anderen zu lösen und seine Last für ihn zu tragen, sondern ihn so zu unterstützen, dass er sein eigenes Leben leben kann.Begleiten heißt, den anderen ein Stück weit auf seinem Lebensweg begleiten, sodass er imstande ist, seinen eigenen Weg nach dem von ihm bestimmten Ziel selbst zu gehen.

Das Begleiten meiner Klienten umfasst im Grunde dreierlei:
Zum ersten geht es darum, die eigenen Ziele und Zielstellungen herauszuarbeiten und die Motive zu erkennen, die diesen Zielen zugrunde liegen.
Zum zweiten kommt es darauf an, die wirklich lohnenden Ziele mit Hilfe von Mentaltraining im Unterbewusstsein zu verankern und damit die automatische Steuerung für die Zielerreichung zu aktivieren.
Schließlich liegt ein wesentlicher Punkt der Begleitung darin, Blockaden und Hemmnisse zu identifizieren und zu beseitigen, die bislang dem Erreichen der Ziele im Wege standen.

Mentaltraining in der Strebebegleitung

Die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, für den ich ehrenamtlich tätig war, bat mich, einen in ihren Augen schwierigen Fall zu übernehmen. Ein 50-jähriger Mann hatte eine Krebsdiagnose erhalten, die ihm nur noch eine kurze Lebensdauer ließ. Die Ehefrau des Kranken hatte um Unterstützung gebeten, weil sie mit der Situation ihres Mannes überfordert war. An einem sonnigen Wintertag besuchte ich das erste Mal den Krebskranken. Die Koordinatorin verabschiedete sich nach weinigen Minuten und ich war allein mit dem Mann. Weiterlesen →

Über meine Arbeit als Begleiter

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben,
sondern den Tagen mehr Leben.
Cicely SaundersBegründerin der Hospizbewegung

Seit dem Jahr 2002 arbeite ich ehrenamtlich als Sterbe- und Trauerbegleiter sowie als Ausbilder für Sterbe- und Trauerbegleiter für ambulante Hospizdienste.

Dabei bin ich immer wieder Menschen begegnet, die am Ende ihres Lebens Rückschau gehalten haben. Am Ende ihres Lebens bedeutete für manche, im Grunde mitten im Leben im Alter von 30, 40 oder 50 Jahren schmerzlich mit dem eigenen Sterben konfrontiert zu sein. Aber auch mit 70 oder 80 Jahren kann die Rückschau auf das Leben schmerzlich sein, wenn man nicht die Dinge gelebt hat, die wichtig waren.

So hat sich noch nie jemand bei mir beklagt, nicht genug Zeit für die Arbeit oder für das Finanzamt gehabt zu haben. Oft jedoch blieb im beruflichen Alltag zu wenig Zeit für die Familie, die Kinder, für Freunde oder Hobbies. Besonders dann, wenn die Arbeit selbst wenig Freude machte, die Beziehungen zerbrachen oder die Kinder sich entfremdeten war das Lebensende vielfach voller Trauer und Bitterkeit.

Vor diesem Hintergrund begann ich, mit Klienten zu arbeiten, die fernab einer tödlichen Bedrohung ihr Leben verändern wollten. Sei es, dass sie auf der Suche nach einem sinnvollen Lebensinhalt waren, dass sie Ängste vor bevorstehenden Änderungen oder Prüfungen hatten oder dass sie sich in Abkehr von dem Stress des bisherigen Alltags auf die ihnen wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren wollten.

So begann für mich der Weg über die Sterbe- und Trauerbegleitung hinaus zu einem Begleiten von Menschen, die ihren Tagen und Jahren mehr Leben geben wollen, die aufbrechen, die wirklich wichtigen Ziele in ihrem Leben kraftvoll anzustreben.

Tu was für dich

Die junge Frau, die mich zu einem Coaching aufsuchte, sprach leise und schnell. Sie beschrieb mir ihre Arbeit als Filmassistentin, die bei vielen Spielfilmen im Hintergrund die Fäden in den Händen hielt: die Auswahl von Locations zum Drehen, den Kontakt zu den Drehbuchautoren, die Auswahl von geeigneten Darstellern, Fragen der Finanzierung und Abrechnung, die Versorgung der Beteiligten am Set und manches Andere. Ihr Arbeitstag hatte oft 12–14 Stunden, manchmal auch mehr.
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